Warum Hühnerfleisch nicht wirklich gut für Sie ist

In den letzten Jahren hat sich die Meinung durchgesetzt, dass Hühnerfleisch der heilige Gral, das Nonplusultra, das Nonplusultra ist, wenn man sich gesund ernähren will. Der Vogel ist so beliebt, dass in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich der Verzehr von Hühnerfleisch etwa die Hälfte des gesamten Fleischkonsums ausmacht.

Aber wie zutreffend ist der Glaube, dass Hühnerfleisch die Königin der Gesundheit ist?

Modi Mwatsama ist die Direktorin für globale Gesundheit beim britischen Gesundheitsforum und vertritt die Ansicht, dass dem Verzehr von Hühnerfleisch im Hinblick auf eine gesunde Ernährung zu viel Bedeutung beigemessen wird. Sie ist der Ansicht, dass dies auf ein falsches Verständnis von Eiweiß zurückzuführen ist, da immer mehr Menschen im Vereinigten Königreich und in den USA 50 % mehr Eiweiß zu sich nehmen, als ihr Körper eigentlich benötigt.

Mwatsama erklärte, dass dieses Niveau des Eiweißkonsums ungesund und unnötig ist, da „in den letzten 20 Jahren oder mehr die Menschen in den Industrieländern keinen Eiweißmangel hatten“. Sie wies darauf hin, dass proteinreiche Diäten, bei denen viel Hühnchen gegessen wird, keinen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen haben. Wer zum Beispiel die Atkins-Diät befolgt, erhöht sein Risiko für Darmerkrankungen.

Das ist aber nicht die einzige Gefahr: Hühner (und andere Nutztiere) werden oft mit Antibiotika vollgepumpt, um zu verhindern, dass sie krank werden. Wenn wir diese Tiere dann weiterhin so schnell verzehren, öffnen wir resistenten Superbakterien Tür und Tor, um in unseren Körper einzudringen.

Mwatsamas Ratschlag lautet, sich mehr auf pflanzliche Eiweißquellen zu stützen, die wenig gesättigte Fette und eine gesunde Dosis Ballaststoffe enthalten (und frei von Antibiotika sind). Das sind Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Linsen, Bohnen und Kichererbsen.

Es gibt auch eine kleine Sache, die die Umwelt betrifft, wenn es um Hühner geht. Auch wenn die Auswirkungen (derzeit) geringer sind als bei der Produktion von rotem Fleisch, so hat sie doch unvermeidbare negative Auswirkungen auf unseren Planeten, und das ist sicherlich für keinen von uns gut.

Wie Marion Nestle, Professorin für Ernährung und öffentliche Gesundheit an der New York University, hervorhebt, „werden alle großen Bedenken in Bezug auf Ernährung, Treibhausgase, Umweltzerstörung, Behandlung von Tieren und menschliche Gesundheit durch eine weitgehend, wenn nicht ausschließlich pflanzliche Ernährung ausgeräumt.“

Dieser Beitrag wurde zuletzt am 15. Dezember 2020 um 6:52 Uhr geändert

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