Jean-Paul Marat

(Boudry, heutige Schweiz, 1743 – Paris, 1793) Französischer Politiker. Er wurde in die bescheidene Familie Mara sardischer Herkunft hineingeboren, von der er auch seinen Nachnamen übernahm. Er studierte Medizin in Paris und promovierte in London, wo er 1774 das Werk The Chains of Slavery (Die Ketten der Sklaverei) auf Englisch veröffentlichte, in dem er die aufgeklärte Monarchie kritisierte. Seine ersten Kontakte mit der Freimaurerei stammen aus dieser Zeit.


Jean-Paul Marat

Mit dem Ausbruch der Französischen Revolution intensivierte er seine feurige Propaganda für die revolutionären Ideale, was ihm viele Ermahnungen und Anfeindungen einbrachte. Die Veröffentlichung der Zeitung L’Ami du Peuple, in der er seine Ideen zur freien Meinungsäußerung und zur Verurteilung des Ancien Régime vertritt, bringt ihn zum ersten Mal ins Gefängnis.

Als Mitglied des Club des Cordeliers führte er heftige Angriffe auf den Minister Jacques Necker, den Marquis de La Fayette und König Ludwig XVI. an, als letzterer versuchte, aus Frankreich zu fliehen. Seine scharfe Kritik zwang ihn zweimal ins Exil nach London. Seine Ideen und sein Eintreten für die Rechte des Volkes machten ihn jedoch zu einer beliebten und populären Figur.

1792 nahm er an den „Septembermassakern“ teil und wurde in den Konvent und die Pariser Kommune gewählt, zog sich aber die Feindschaft der Girondins zu, als er das Volk zur Gewaltanwendung aufrief und die Diktatur forderte. Er schloss seine alte Zeitung, um das Journal de la Republique Française herauszugeben, und gewann die nötigen Stimmen, um Ludwig XVI. auf die Guillotine zu schicken.

Während der Krise im Frühjahr 1793 gelang es den Girondins, den Konvent dazu zu bringen, ihn der Aufwiegelung des Volkes anzuklagen, doch er wurde freigesprochen. Der endgültige Sturz der Girondins erfolgte am 2. Juni 1793, aber Marat, krank und erschöpft von den jahrelangen Kämpfen, verließ den Konvent. Kurz darauf, am 13. Juli, wurde er von der Girondine Charlotte Corday ermordet.

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